B wie Bewegtbild – Das HUNDERTPROZENT Wörterbuch

Klappe



BEWEGTBILD:
Die Begriff Bewegtbild beschreibt in seiner ursprünglichen Definition nicht mehr und nicht weniger als eine Illusion. Die Illusion der Bewegung durch die Aneinanderreihung von einzelnen Bildern. In den 1920ér Jahren genügten 16-18 Bilder in der Sekunde im Kino für die Illusion der Bewegung.

Heute arbeiten wir mit Frequenzen zwischen 24 bis 50 Bildern in der Sekunde im Kino, TV, IPTV und Web-TV. Der Begriff Kinowerbung ist heute längst von Marketingkonstrukten wie „In-Stream Video Ad“ oder „Branded Content“ ersetzt worden. Die Zahl der Verbreitungskanäle, wie auch der TV-Kanäle, ist Legion. Kommerziell konkurrieren Konzepte, die mit bezahlten oder kostenfreien Inhalten arbeiten. Im digitalen Klondike versuchen nicht wenige mit der Produktion und Vermarktung von bewegten Bildern eine „Bonanza“, also eine „Goldader“ zu finden. In der guten alten Zeit der gleichnamigen TV-Serie haben Ben Cartwright und seine Söhne jeden Sonntagabend am Lagerfeuer der Flimmerkiste für Recht und Ordnung gesorgt.

Heute drohen wir den Überblick zu verlieren – nicht nur was Recht und Ordnung angeht. Ob auf TV, Handy, Tablett oder gleich mit Second Screen – die Optionen der Illusionsbeschaffung sind heute schier unerschöpflich. Rein statistisch verfügt heute jeder deutsche Haushalt über 79 empfangbare TV Kanäle und kann zwischen ca. 1.9000 Stunden Programm wählen. Dazu kommen noch die neuen Video-Streaming Angebote und die ganzen Web-TV und YouTube Clips.

Mehr Konsum geht für den Durchschnittsbürger kaum noch. Die wachsende Zahl der Anbieter führt aber sicher zu einer Fragmentierung des Marktes wie auch des Konsums. Die maßgeschneiderte Konfektionierung und Anpassung der Inhalte für die individuellen Sehgewohnheiten wird wahrscheinlich eines der nächsten großen Themen der bewegten Medienwelt. Es bleibt die Hoffnung, dass der völlig den Medien ausgelieferte Mensch eine Illusion der Medienindustrie bleibt.

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